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Ewiges Gemüse: einmal setzen, endlos ernten

Wer auf mehrjährige Gemüse setzt, oder versucht, geeignete wärmeliebende Sorten indoor zu überwintern, spart nicht nur Zeit und Geld; er erntet auch früher und länger. Ein Überblick über «Perennial vegetables», aka Staudengemüse, aka mehrjährige oder ewige Gemüse.

Die eine oder andere Pflanze, die über mehrere Jahre beerntet werden kann, kennst du sicher schon. Der Rhabarber ist ein solches Beispiel. Bei optimalem Standort und guter Pflege kann eine Rhabarberpflanze mehrere Jahrzehnte alt werden. Freund/innen des Knöterichgewächses munkeln gar, dass der Rhabarber mit zunehmendem Alter auch an Geschmack zulegt.


Vielfältige Dauergäste

Zwar sind alle ewigen Gemüsesorten mehrjährig, aber sie unterscheiden sich doch. Ihr Unterschied liegt bei der Erntedauer und bei der Pflege. Deshalb kann man sie wie folgt einteilen:

Grüner Rosenkohl & Roter Federkohl, Federkohlblüten (Grünkohlblüten), Rosenkohlblüten


Winterharte und sommergewöhnte Dauergemüse

  • Ewiger Kohl: Seine Blätter werden das ganze Jahr über geerntet, weil er erstens frosthart ist und zweitens im Frühling nie in Blüte geht. Dies im Gegensatz zu anderen Kohlarten.

  • Federkohl (Grünkohl), Rosenkohl: Diese beiden Kohlarten überdauern den Winter ebenfalls problemlos und können in dieser Zeit auch regelmässig abgeerntet werden. Im Frühling beginnen sie jedoch zu blühen. Damit weitere Ernten garantiert sind, werden die Blütenstände nach dem Verblühen abgeschnitten bzw. der Haupttrieb radikal zurückgeschnitten. Beide Kohlsorten treiben dann wieder aus und liefern im nächsten Herbst und Winter erneut schmackhafte Blätter und Röschen.

  • Meerkohl: Sollte erst ab dem dritten Jahr beerntet werden.

  • Artischocken: Ist die Artischocke erst einmal an einem ihr passenden Standort gut verwurzelt, kann sie mehrere Jahre alt werden und jeden Sommer essbare Blütenknospen hervorbringen. Grundsätzlich übersteht sie leichte Minusgrade. Wird es im Winter über längere Zeit sehr kalt, sollte sie mit Schafwolle, Vlies, Tannenzweigen o.ä. geschützt werden.

  • Etagenzwiebel: Meist bleibt das Zwiebelgrün selbst in der kalten Jahreszeit erhalten. Im Folgejahr wächst die Knolle weiter und produziert ihre bekannten Babyzwiebeln, die im Sommer und Herbst laufend auf dem Teller oder im Einmachglas landen.

  • Kräuter wie Rosmarin oder Thymian: Sie sind fast überall wintergrün und dienen als verlässliches Wintergewürz.


Blüten der Erdbirne
Blüten der Erdbirne

Jährlich wiederkehrende Gemüse

  • Rhabarber, Sauerampfer: Solche Stielgemüse treiben jährlich im Frühling neu aus.

  • Spargel, Meerrettich, Topinambur, Erdbirne, Schwarzwurzel, Sauerklee, Stachys: Diese Sorten erneuern sich alljährlich und liefern über viele Jahre essbare Wurzeln und Knollen.

  • Funkie (Hosta), Hopfen, Berglauch, Blutampfer, Wilde Rauke, Hirschhornwegerich, Grüner Heinerich, Gewürzfenchel: Alle diese Blattgemüse sterben jeweils im Spätherbst ab und erscheinen im Frühling wieder.

  • Kräuter wie Schnittlauch, Schnittknoblauch, Petersilie, Oregano, Salbei, Zitronenmelisse: Zeigen sich im Frühling jeweils in neuer Frische. Ist der Winter mild und die Lage geschützt, kommen sie sogar ganzjährig frisch ins Essen.


Blühende Chilipflanze im Winterquartier
Blühende Chilipflanze im Winterquartier

Indoor überwinterte Sommergemüse

  • Chili, Peperoni (Paprika), Auberginen, Physalis, Tomatillo, Zwergtamarillo: In den Mittelmeerländern bzw. in ihren Ursprungsländern sind diese Arten mehrjährig. Bei uns ist es im Winter definitiv zu kalt für sie. Sie eignen sich jedoch alle prima für einen Anbau im Topf. Das hat den Vorteil, dass du die Töpfe vor dem ersten Frost ins Haus nehmen kannst – vorausgesetzt du hast überhaupt Platz zum Überwintern von solchen zum Teil staatlichen Pflanzen.

  • Ingwer, Kurkuma: Im Herbst ist die beste Zeit, diese Pflanzen bis auf ein, zwei Knollen abzuernten. Danach kannst du sie aus dem Beet ausgraben und in einen Topf pflanzen, der dann ins Winterquartier im Haus kommt.

 
PRAXISTIPP

Wärmefreaks im Winterquartier

Überwinterst du Südländer/innen (siehe oben) bei Raumtemperatur – zum Beispiel im Wohnzimmer –, dann ist eine Luftfeuchtigkeit von mind. 50% ratsam. Spinnmilben und Wollläuse mögen es nämlich gern trocken und warm. Lässt du also an trockenen Wintertagen einen Luftbefeuchter laufen, ziehen sie gar nicht erst bei dir ein.

 

Diesen Beitrag haben wir auch im Blog von Urbanroots publiziert.

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